Rechtes Konzert in Friedrichshain

Das „Urban Spree“ hat sich uns gegenüber noch einmal per Email zur Konzertpolitik und ergänzend zur ersten Stellungnahme geäußert.

Es geht darum Missverständnisse zu den Aussagen des Veranstaltungsortes in Bezug auf die etwaige Buchung des Konzerts von „Dernière Volonté“ auszuräumen: Verträge für das Konzert bestanden zweifelsfrei, dennoch verwahrt sich das „Urban Spree“ mittlerweile gegen die Ausrichtung, nachdem die Hintergründe der Veranstaltung zur Kenntnis gelangt sind.


Email: Urban Spree, 31. August, 23:32 Uhr

Hallo

We don’t book bands or concerts ourselves, we are only working with promoters that book bands. We have to trust the promoters for doing the right thing with us. Sorry for this one, this is something we were not aware of because 1) nobody at Urban Spree knows the band and 2) the promoter booked it without telling us it would be that kind of stuff, so we can say in good faith that we have been abused.

Just look at our usual activities, we are very, very, very far from that.

I hope all misunderstanding is cleared.

Yours sincerely,
Urban Spree

Wir können nachvollziehen, dass es für Konzertveranstalter_innen nicht immer leich ist, die politischen Hintergründe eines Acts zu durchschauen. Einerseits sind rechte Künstler_innen nicht selten versucht, ihre politischen Intentionen und Schnittmengen nach rechts bishin zur Selbstverleugnung zu verschleiern, andererseits stoßen rechte Positionierungen und Einstellungsmuster innerhalb diverser musikalischer Szenen schon jetzt bedenklichermaßen auf Akzeptanz und können sich dort konfliktfrei im subkulturellen Mainstream etablieren. Die Neofolk-Szene, in der rechte Positionen offenbar widerspruchslos hingenommen, als „unpolitisch“ verharmlost oder unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit verteidigt werden, ist nur ein Beispiel von vielen.

Trotzdem sehen wir Konzertveranstalter_innen, Veranstaltungsorte und Kar­ten­vor­ver­kaufs­stellen in der Pflicht, sich über die Hintergründe der von ihnen veranstalteten und beworbenen Künstler_innen kundig zu machen. Im Falle des „Urban Spree“, das sich nun nach eigener Aussage „missbraucht“ fühlt, hoffen wir auf eine zukünftige Sensibilisierung und dass die Kooperation mit Veranstaler_innen, wie „Ceremonies Berlin“, ein Ende hat.

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