Neuigkeiten zum geplanten Konzert des kroatischen Ustascha-Rockers Thompson. Aus dem Vorhaben der Veranstalter, das im April verhinderte Konzert „schnellst­mög­lich“ nachzu­holen wird nichts.

Wie „Cro Best Berlin“ heute mitteilte, kann das Ersatzkonzert der Band um Sänger Marko Per­ković, das wiederum für den 31. Mai geplant war, defintiv nicht stattfinden. Grund hierfür sei die anhaltende Flutkastatrophe auf dem Balkan, wegen der Per­kovićs Managament etwaige Auftritte auf Eis gelegt habe, schreibt der Berliner Veranstalter auf Facebook. Nachdem Ende April der letzte Anlauf gescheitert war, hatte sich Organisator Jakov Kolak diesmal mit Angaben zu Ort und Zeitpunkt der Veranstaltung bedeckt gehalten, um Gegenproteste zu erschweren.

Kolak, der kürzlich noch in mehreren Zeitungen damit von sich Reden machte, dass er kritischen Journalist_innen körperliche Gewalt androhte, öffentlich die Erinnerung an kroatische KZs beklagte und den Ustaschegruß als „nor­malen Gruß“ verharmloste, hatte Anfang April mehrfach falsche Angaben zum Stand der Konzertvorbereitungen in Umlauf gebracht, bevor er schließlich deren Scheitern eingestand. Ob nun der zweite Versuch tatsächlich an der Flutkatastrophe scheiterte, oder wie schon im Monat zuvor Mangels geeigneter Räumlichkeiten ins Wasser fällt, bleibt deshalb offen.

Immerhin ist bekannt, dass es im Herbst einen dritten Anlauf geben soll, den faschistoiden Sänger in Berlin auf die Bühne zu bringen: dieser soll am 4. Oktober 2014 „im Norden Berlin´s“ (sic) stattfinden. Fans, die seit April darauf warten ihre Karten einzulösen werden vertröstet, dass die Karten ihre Gültigkeit behielten, außerdem sei es möglich, bereits erworbene Karten „vorerst“ zurückzugeben, jedoch mit der Bitte, sich direkt an die jeweilge Vorverkaufsstelle zu wenden. Der Auftritt Thompsons soll mit Hilfe zahlreicher Unterstützer_innen realisiert werden. Die Spanne der involvierten Betriebe und Vereine, die den Vorverkauf organisieren und als Sponsoren auftreten, reicht dabei von Sport­ver­einen, über Gast­stätten, bishin zur Kroa­ti­schen Gemeinde Ber­lins und zwei Kreuzberger Copyshops. [1]

[1] „Thompson in Berlin“, Abschnitt: „Das Spon­so­ring von Thompson in Berlin“

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