zwischentag_kundgebung_2013

Am heutigen Samstag fand in Berlin Wilmersdorf eine antifaschistische Kundgebung gegen den Zwischentag statt. Die neurechte Medienmesse versammelt die selbsternannte Elite neurechter Publizistik und findet bereits zum zweiten Mal statt. Neben den neurechten Aussteller_innen und ihren Getreuen, waren auch NPD-Mitglieder aus Berlin und Umland vor Ort. Für die Größe der Kundgebung war ziemlich viel Polizei vor Ort, hielt sich aber mit Schikanen zurück. Dass die Veranstaltung im Logenhaus stattfindet ist kein Zufall, finden doch dort auch die Berliner Kollegs des Instituts für Staatspolitik (IfS) statt und bot es der Deutschen Burschenschaft 2008 Raum für ein großes Treffen.

Was ging auf der Straße?
Ab etwa 9:30Uhr versammelten sich die ersten Aktivist_innen in der Emserstraße, schräg gegenüber des Logenhauses. Im Laufe der Zeit wuchs die Kundgebung auf 40 Teilnehmer_innen an, die ihren Unmut direkt an zahlreiche Teilnehmer_innen des Zwischentags richten konnten, die zum Großteil die Kundgebung passieren mussten. Mit Schildern, Transparenten und Flugblättern wurden zudem Anwohner_innen adressiert, die zumindest teilweise über das rechte Treiben in ihrer Nachbarschaft entsetzt waren. Zahlreiche Redebeiträge informierten die Anwesenden und die Nachbarschaft über Ideologie und Protagonisten der Neuen Rechten.

Neben dem Veranstalter Götz Kubitschek und seiner Frau Ellen Kositza, die es sich nicht nehmen ließ, an der Kundgebung vorbei zu flanieren, zeigten sich vereinzelt Burschenschafter am Rand der Kundgebung, so unter anderem Vertreter der Gothia Berlin, die auch als Ausstellerin vor Ort ist. Aber auch NPD-Landesvorstand Sebastian Schmidtke zeigte erneut Interesse an intellektuellem Input und Vernetzung mit Kamerad_innen jenseits von NPD und Kameradschaften und besuchte die Messe. Obwohl einige, eindeutig als Zwischentagbesucher_innen zu Erkennende, zum Logenhaus unterwegs waren, sah es heute Vormittag nicht danach aus, dass Kubitschek und Menzel ihr Ziel, dieses Jahr 1000 Gäste zu locken, erreichen werden.

Wie weiter?
Das neurechte Spektrum wird nicht nur im gesellschaftlichen Mainstream, sondern auch in antifaschistischen Kreisen völlig unterschätzt. Mit Veranstaltungen wie dem Zwischentag versuchen neurechte Intellektuelle, eine rechte Kulturrevolution anzustoßen, um auf allen Ebenen die Hegemonie zu erlangen. Dabei beziehen sie sich auf rechte Vordenker, wie Alain De Benoist, der als Rechter explizit Anleihen bei Antonio Gramsci nimmt und für rechte Politik nutzbar macht. Dieser Ansatz ist in Kombination mit Verbindungen bis in bürgerlich-konservative UND militante Nazikreise hoch brisant und muss in Zukunft stärker bekämpft werden.

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Recherche und Aktion
Antifa Infoblatt
Blick nach Rechts

Quelle: Antifa Friedrichshain (AFH)